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Leistenbruch

Leistenbruch: Ein verwirrender Begriff. So denken wir beim Wort Bruch meist an einen Knochenbruch. Doch Brüche gibt es auch in der Bauchwand – der Leistenbruch ist eine besonders häufige Form.

Man versteht darunter eine Lücke unmittelbar oberhalb des so genannten Leistenbandes. Hier tritt beim Mann der Samenstrang und begleitende Nerven und Blutgefäße durch die Bauchdecke. Sehr große Leistenbrüche, die bis in den Hodensack reichen, bezeichnet man als Hodenbrüche (Skrotalhernie).

Ein Leistenbruch kommt anatomisch bedingt häufiger bei Männern vor. Der Schenkelbruch, bei dem die Bruchlücke etwas tiefer, unterhalb des Leistenbandes liegt, kommt häufiger bei Frauen vor.  Da das Risiko einer Darmeinklemmung ist bei Schenkelhernien deutlich größer ist, sollte die Operation möglichst rasch erfolgen.

Ursachen

Leistenbruch – warum? Anders als oft vermutet, entsteht ein Leistenbruch so gut wie nie durch einen Unfall. Nie ist „Verheben“ die Ursache, nicht selten jedoch der Auslöser – wie der Ausspruch „Heb dir keinen Bruch“ vermittelt. Fest steht: Mitverantwortlich für einen Leistenbruch und andere Hernien ist immer eine Bindegewebsschwäche. Die Bausteine des Bindegewebes, die sogenannten Kollagenfasern, sind bei Leistenbruch-Patienten oft schlechter vernetzt als bei anderen Menschen.

Die Hernie tritt an den schwächsten Stellen der Bauchwand auf – und zwar, wenn der Bauchinnendruck im Verhältnis zur Bauchwandfestigkeit zu groß ist. Ein Leistenbruch wird mit den Jahren oft größer. Die Hernie kann riesig groß werden – das haben wir in unserem spezialisierten Hernien Z /  Centrum schon häufig gesehen.

Risikofaktoren für Leisten- und Bauchwandbrüche sind:

  • Chronischer Husten, chronische Lungenerkrankungen
  • Verstopfung
  • Ausgeprägtes Übergewicht
  • Gewichtheben
  • Schwerstarbeit
  • Kortisondauertherapie
  • Zytostatikatherapie
  • Bauchwasser (z. B. bei Leberzirrhose, Eiweißmangel, Peritonealdialyse)
  • Kortisondauertherapie
  • Mangelernährung
  • Gestörter Eiweißhaushalt
  • Fortgeschrittenes Tumorleiden

Symptome und Folgen

Wie äußert sich ein Leistenbruch oder ein anderer Bauchwandbruch? Häufig spüren die Betroffenen hin und wieder einen plötzlichen Schmerz und eine weiche Vorwölbung am Bauch und in der Leiste, die zum Beispiel beim Husten hervortritt und wenig Beschwerden versursacht. Viele Patienten finden das nicht weiter störend, können mit dem vermeintlichen „Schönheitsfehler“ leben.

Dennoch: Nehmen Sie Ihren Bruch nicht einfach hin! Eine Hernie ist ein Riss in der Bauchwand. Darm oder andere Organe können durch die Bruchlücke rutschen und einklemmen. In der Folge drohen Verschluss,  Durchblutungsstörung und  Absterben des Darmes.

Die Symptome einer Einklemmung:

Meist bestehen eine stark schmerzhafte Vorwölbung, die auch im Liegen weder vom Patienten noch vom Arzt zurückgedrückt werden kann, sowie  Bauchschmerzen und Übelkeit.

Ein Notfall, der lebensgefährlich ist. Chirurginnen und Chirurgen pflegen in diesem Zusammenhang zu sagen:

Über einer eingeklemmten Leisten-, Nabel- oder Narbenhernie darf die Sonne weder auf- noch untergehen.

Diagnostik

Körperliche Untersuchung

Vor der Behandlung erfolgt die genaue Diagnosestellung durch den Spezialisten. Zunächst wird die Vorgeschichte besprochen und erfragt: Wann traten die Beschwerden auf, wie zeigen sich die Beschwerden, welche Vorerkrankungen sind bekannt. Die Leistenregion bzw. die betroffene Bauchwandregion wird abgetastet um so einen Eindruck vom Ausmaß der Bruchbildung zu bekommen.

Dynamischer Ultraschall

Mit der von Professor Niebuhr maßgeblich entwickelten dynamischen Ultraschall­untersuchung Bauchwand / Leiste können präzise Lokalisation, die Größe und Beschaffenheit des Leisten– oder Bauchwandbruches festgestellt werden. Weitere, aufwändigere und teure, bildgebende Verfahren sind in der Regel nicht erforderlich.

Allgemeine Untersuchungen

In enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit Ihrem Hausarzt werden die notwendigen, allgemeinen Voruntersuchungen wie EKG und Laboruntersuchungen (Blutentnahme) durchgeführt.

Therapie: Leistenbruch-OP in Hamburg

Ein Leistenbruch kann nur durch eine Operation geheilt werden. Das Risiko einer lebensgefährlichen Einklemmung liegt ohne OP ca. bei 1% bis 3% pro Bruch und Jahr. Auch wird ein Leistenbruch ohne OP immer größer.

Welche OP für Ihren Leistenbruch die richtige ist, hängt von ganz unterschiedlichen Faktoren ab. Dazu gehören Größe, Ort und Beschaffenheit Ihrer Hernie. Hinzu kommen Ihre Lebensumstände sowie körperliche Gegebenheiten und Begleiterkrankungen.
Ein Leistenbruch bei Erwachsenen wird gemäß internationalem Standard mit einem Kunststoffnetz versorgt. Das Wiederholungsbruchrisiko ist gegenüber einem Nahtverschluss deutlich reduziert. Die von uns verwendeten modernen Kunststoffnetze sind sehr gut verträglich und werden immer außerhalb der Bauchhöhle eingesetzt.

Leistenbruch-OP: Minimal-invasiv oder offen?

Beim Leistenbruch bevorzugen wir in Hamburger Hernien Centrum schonende minimal-invasive endoskopische Methoden (TAPP und TEP). Dabei wird das Kunststoffnetz über winzige, oft nur wenige Millimeter große Hautschnitte eingesetzt.

Leistenbruch minimal-invasiv operieren – Vorteile:

  • weniger Schmerzen als nach den offenen Verfahren mit einem Leistenschnitt.
  • Schnelle Belastbarkeit
  • Beim doppelseitigen Leistenbruch können beide Seiten in einer Operation versorgt werden

Leistenbruch offen operieren – wann?

Eine offene Leistenbruch-OP eignet sich beispielsweise bei Patienten mit:

  • Narkoserisiken
  • mit ausgedehnten Voroperationen am Unterbauch
  • mit sehr großem Leistenbruch oder Hodenbruch
  • mit Wiederholungsbruch nach endoskopischen Operationen
  • mit Leberzirrhose und Bauchwasser nach Lebertransplantationen
  • die grundsätzlich lieber in örtlicher Betäubung operiert werden möchten

Nachbehandlung

Alltagstätigkeiten wie An-, Auskleiden, Körperhygiene, Gehen, Spazieren können sofort aufgenommen werden. Essen und Trinken ist ebenfalls sofort möglich. Spätestens nach Abschluss der Wundheilung (ca. 7 bis 10 Tage) ist eine Wiederaufnahme normaler körperlicher Aktivitäten möglich:  Hausarbeit, leichte Gartenarbeit, Schwimmen, Joggen, Radfahren sowie Heben bis 20 KG. Mit schwerer körperlicher Arbeit kann je nach Operationsverfahren 3 – 6 Wochen nach der Operation begonnen werden.