Ihr Centrum in Hamburg

Bauchwandbruch: Nabel-/ Oberbauch-/ Narbenbruch

Hernien oberhalb der Leistenregion bezeichnet man als Bauchwandbrüche. Zu den häufigen Bauchwandbrüchen zählen Nabelbruch, Oberbauchbruch und Narbenbruch.

Bei Bauchwandbrüchen handelt sich wie beim Leistenbruch um Löcher oder Risse in der Bauchwand, in die Eingeweide (z.B. der Darm) hineingleiten und einklemmen können. Das Risiko einer Brucheinklemmung beträgt etwa 1 bis 3 % pro Bruch und Jahr. Der häufigste Bauchwandbruch ist der Nabelbruch. Bauchwandbrüche im Bereich der sehnigen Bindegewebsplatte zwischen Brustbein und Nabel (lateinisch: Linea Alba) werden Oberbauchbrüche (lateinisch: epigastrische Hernien) genannt. Treten Bauchwandbrüche nach Bauchoperationen im Narbenbereich auf, so liegt ein Narbenbruch vor. Auch Wiederholungsbrüche nach Bauchwandhernienoperationen sind Narbenhernien. Bauchwand- und Narbenbrüche im Bereich der Mittellinie sind viel häufiger als außen bzw. seitlich gelegene Hernien (Flankenbrüche, lateinisch: laterale Hernien). Eine sehr seltene Form der seitlichen Brüche ist die Spieghe’sche Hernie.

Ursachen

Nabelbruch (Umbilical Hernie)

Wir Menschen kommen alle mit einem Nabelbruch auf die Welt, da der Nabelschnurdurchtritt durch die Bauchwand eine natürliche Lücke ist. Nabelbrüche des Säuglings sind also nicht krankhaft, haben ein extrem niedriges Einklemmungsrisiko und bilden sich in der Regel in den ersten zwei Jahren nach der Geburt zurück. Der Nabelbruch des Neugeborenen hat also eine Sonderstellung, da er der einzige Bruch ist, der spontan heilt. Als ehemalige Durchtrittsstelle der Nabelschnur ist die Nabelregion lebenslang eine Schwachstelle der Bauchwand, in der sich ein Riss oder eine Lücke ausbilden kann.

Primäre Ursache ist meist eine angeborene Bindegewebsschwäche. Weitere begünstigende Faktoren: Rauchen, chronische Atemwegserkrankungen, chronischer Husten, chronische Verstopfung, Übergewicht, Behandlung mit Kortison und anderen Immunsuppressiva, Schwangerschaften, Alkoholmissbrauch, Leberzirrhose, Bauchwasser.

Oberbauchbruch (epigastrische Hernie)

Der bindegewebige Streifen in der Mittellinie zwischen Nabel und Brustbein, der aus den Hüllen der geraden Bauchmuskulatur gebildet wird (lateinisch: Linea Alba), stellt ebenfalls eine Schwachstelle für das Auftreten von Brüchen in der Bauchwand dar. Oberbauchbrüche treten einzeln oder kettenartig aneinandergereiht auf und können sehr groß werden. Durch Bruchlücken kann Bauchinhalt wie Darm oder Fettgewebe aus dem Bauchraum hervortreten.

Primäre Ursache ist meist eine angeborene Bindegewebsschwäche. Weitere begünstigende Faktoren: Rauchen, chronische Atemwegserkrankungen, chronischer Husten, chronische Verstopfung, Übergewicht, Behandlung mit Kortison und anderen Immunsuppressiva, Schwangerschaften, Leberzirrhose, Bauchwasser.

Narbenbruch

Nach einer Bauchoperation wird die Bauchdecke mit ihren verschiedenen Muskel- und Bindegewebschichten mit Nähten verschlossen, die normalerweise eine feste Narbe bewirken sollen. In bis zu 30 % der Fälle können jedoch Narbenbrüche, d.h. Risse und Löcher in der Narbe entstehen, durch die Bauchinhalt wie Darm oder Fettgewebe aus dem Bauchraum hindurchdrängt und einklemmen kann. Diese Lücken können an einem oder mehreren Orten auftreten und im Verlauf sehr groß werden. Tritt so viel Eingeweide in den Bruchsack aus, dass der neu entstandene Raum vor der Bauchhöhle größer ist als die eigentliche Bauchhöhle, kann es sein, dass die Bauchorgane nicht mehr zurück in die Bauchhöhle zurückgedrückt werden können. Der Bauchinhalt hat dann „sein Heimatrecht in der Bauchhöhle verloren“ (englisch: Loss of Domain (LOD)). Diese Sonderform des Narbenbruches stellt eine große Herausforderung an die operative Behandlung dar. (Siehe auch unten Komplexe und riesige Narbenbrüche). Die Spezialisten des Hamburger Hernien Centrums haben mit auch mit diesen komplizierten Fällen eine sehr große Erfahrung.

Die Entstehung eines Narbenbruchs wird durch folgende Faktoren begünstigt: eine angeborene Bindegewebsschwäche, Nikotinmissbrauch, chronischer Husten, chronische Atemwegserkrankungen, Übergewicht, maschinelle Beatmung nach Bauchoperation, Alkoholmissbrauch, Leberzirrhose, Bauchwasser, Darmverschluss, Eiweißmangel, Nierenfunktionsstörungen, Tumorleiden, Übergewicht, Wundinfekte, Zuckerkrankheit, wiederholte Bauchschnitte, fehlerhafte Wundverschlusstechnik.

Symptome und Folgen

Nabelbruch

Oft haben die Betroffenen keine subjektiven Beschwerden und haben sich auch mit dem vorgewölbten Aussehen des Nabels abgefunden. Gelegentlich wird über einen ziehenden Schmerz geklagt.

Oberbauchbruch

Die Symptome zeichnen sich durch Vorwölbungen in der Mittellinie des Oberbauches, die sich insbesondere beim Pressen, Husten oder Aufrichten aus liegender Position bemerkbar machen, aus. Im Liegen sind die Vorwölbungen meistens nicht erkennbar.

In manchen Fällen treten Schmerzen oder Druckgefühl auf.

Narbenbruch

Die Symptome zeichnen sich durch Vorwölbungen im Bereich einer Operationsnarbe in der Bauchwand, die sich insbesondere beim Pressen, Husten oder Aufrichten aus liegender Position bemerkbar machen, aus. Im Liegen sind die Vorwölbungen meistens nicht erkennbar.

In manchen Fällen treten Schmerzen, Druckgefühl und Verdauungsstörungen auf.

Was ist ein "eingeklemmter" Bruch?

Das Risiko einer Einklemmung von Bauchwandhernien beträgt wie beim Leistenbruch etwa 1 bis 3 % pro Bruch und Jahr. Auch Brüche, die vorher keine oder wenig Beschwerden verursacht haben, können tückischer Weise einklemmen. Tritt plötzlich eine meist schmerzhafte Vorwölbung des Bauchwandbruchs auf, die sich auch im Liegen nicht zurückdrücken lässt, so kann es sich um eine unter Umständen lebensbedrohliche Darmeinklemmung handeln, die sofort chirurgisch behandelt werden muss. Bei einer akuten Darmeinklemmung können auch Übelkeit und Erbrechen auftreten. Gelingt auch der Chirurgin / dem Chirurgen die Befreiung des eingeklemmten Gewebes nicht, muss sofort operiert werden. Über einem eingeklemmten Bruch darf die Sonne weder auf noch untergehen, um unter Umständen von der Blutzufuhr abgeschnittene Darmanteile zu retten.

Diagnostik

Körperliche Untersuchung

Vor der Behandlung erfolgt die genaue Diagnosestellung durch den Spezialisten. Zunächst wird die Vorgeschichte besprochen und erfragt: Wann traten die Beschwerden auf, wie zeigen sich die Beschwerden, welche Vorerkrankungen sind bekannt. Die Leistenregion bzw. die betroffene Bauchwandregion wird abgetastet um so einen Eindruck vom Ausmaß der Bruchbildung zu bekommen.

Dynamischer Ultraschall

Mit der von Professor Niebuhr maßgeblich entwickelten dynamischen Ultraschall­untersuchung Bauchwand / Leiste können präzise Lokalisation, die Größe und Beschaffenheit des Leisten– oder Bauchwandbruches festgestellt werden. Weitere, aufwändigere und teure, bildgebende Verfahren sind in der Regel nicht erforderlich.

Spezielle Untersuchung bei großem Bauchwand-Narbenbruch

Bei sehr großen Bauchwand- / Narbenbrüchen (Durchmesser der Bruchlücke >10 cm) ist eine Computertomographie (CT) mit Größenbestimmung der Bruchlücke sowie Volumenbestimmung des großen Bruchsackes sowie der verbliebenen Bauchhöhle unbedingt erforderlich.

Allgemeine Untersuchungen

In enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit Ihrem Hausarzt werden die notwendigen, allgemeinen Voruntersuchungen wie EKG und Laboruntersuchungen (Blutentnahme) durchgeführt.

Therapie: Nabelbruch / Oberbauchbruch / Narbenbruch in Hamburg

Es handelt sich um Eingriffe, bei denen die Bruchlücke im Nabel- / in der Oberbauchmittellinie oder im Bereich der Narbe verschlossen werden. Eine Bruchlücke kann bei einem Durchmesser unter 1 cm bei schlanken, jungen Patienten durch Nähte verschlossen werden. Bei mehrfach auftretenden Bruchlücken und größerem Defekt (> 1 cm Durchmesser) soll die Bauchdecke mit einem Kunststoffnetz verstärkt werden, um das Risiko eines wieder auftretenden Bruches zu senken. Dazu wird ein Kunststoffnetz in die zuvor exakt präparierten Bauchwandschichten eingebracht. Der Zugang hierzu kann bei diesen Brüchen durch Verwendung des Mini to Less Open Sublay Verfahrens (MILOS) klein gehalten werden.

MILOS und EMILOS-OP aus Hamburg setzt sich durch

Die von Dr. Reinpold und seinem Team ab 2009 in Hamburg-Wilhelmsburg entwickelte minimalinvasive MILOS- und EMILOS Operation ist weltweit das erste Operationsverfahren, das bei nahezu allen Bauchwand- und Narbenbrüchen die unverzichtbare Kunststoffnetzeinlage minimalinvasiv außerhalb der Bauchhöhle ermöglicht. Es erspart den Patientinnen und Patienten eine große Operationswunde (offene Sublay-, offene IPOM Technik) und vermeidet große Fremdkörper in der Bauchhöhle mit schmerzhafter Netzbefestigung am Bauchfell (laparoskopische / offene IPOM Operation).

Bei der E/MILOS-Operation ist nur ein sehr kleiner Schnitt erforderlich. Unter Vollnarkose werden eine Kamera sowie die OP-Instrumente eingebracht. Mit Hilfe feiner endoskopischer Instrumente wird das Kunststoffnetz außerhalb der Bauchhöhle ausgebreitet. So werden Bauchhöhle, Darm und andere Eingeweide geschont und Komplikationen wie Verwachsungen vermieden.

Nachbehandlung

Alltagstätigkeiten wie An-, Auskleiden, Körperhygiene, Gehen, Spazieren können sofort aufgenommen werden. Essen und Trinken ist ebenfalls sofort möglich. Spätestens nach Abschluss der Wundheilung (ca. 7 bis 10 Tage) ist eine Wiederaufnahme normaler körperlicher Aktivitäten möglich:  Hausarbeit, leichte Gartenarbeit, Schwimmen, Joggen, Radfahren sowie Heben bis 20 KG. Mit schwerer körperlicher Arbeit kann je nach Operationsverfahren 3 – 6 Wochen nach der Operation begonnen werden.